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TOSCA

von Giacomo Puccini

Gedanken zur TOSCA und ihrem Schöpfer Giacomo Puccini

Hamburg, 24.04.2016

Die Tosca von Giacomo Puccini darf wohl zu den wunderbarsten klassischen Werken für Operneinsteiger gezählt werden, die es in der Opernwelt neben La Traviata, La Bohème oder der Zauberflöte zu finden gibt. Sie enthält einfach alles, was man für einen schönen und aufregenden Opernabend braucht. Eine wunderschöne Diva, einen poetischen und leidenschaftlichen Helden, einen sadistischen Bösewicht; eine fessende Handlung, Liebe, Hass, Intrigen, Leid, Schmerz, Folter, Mord, eine Hinrichtung und einen dramatischen Sprung der Titelheldin in den Tod zum Schluss.

Diese Oper und überhaupt die Musik von Puccini hat eine solche Sogkraft, dass sie die Künstler auf der Bühne, die Musiker im Orchestergraben und nicht zuletzt die Menschen im Zuschauerraum einfach mitreißt in eine Welt aus intensiven Gefühlen und purer Leidenschaft. Die Musik von Puccini berührt so unmittelbar und findet dadurch einen direkten Zugang zu den Herzen der Zuhörer. Das war damals so und hat sich bis in die heutige Zeit nicht geändert. Genau dieses unmittelbare und dadurch so unverfälschte Empfinden fehlt uns heute oft und wir merken diesen Verlust erst, wenn wir z.B. die Musik von Puccini hören.

Mehr zur Handlung von Tosca findet ihr unter dem Link zum Opern Guide. Dort könnt ihr alles nachlesen über diese wunderbare Oper, die Handlung, den Text auf englisch, italienisch und deutsch. Wer Interesse hat sich näher mit dem Komponisten Giacomo Puccini und seinen zahlreichen Werken zu beschäftigen, dem seien folgende Bücher ans Herz gelegt: Die Puccini-Biographie von Dieter Schickling und „Giacomo Puccini - Wohllaut, Wahrheit und Gefühl“ von Volker Mertens. Das ist aber nur eine winzige Auswahl und zudem meine ganz persönliche. Schaut einfach mal mal rein und lernt diesen spannenden Komponisten und seine wunderbaren Werke näher kennen. Seid neugierig und lasst euch überraschen.

Mein ganz persönlicher CD- und DVD-Tipp heißt: JONAS KAUFMANN: Nessun dorma - The Puccini Album und JONAS KAUFMANN - Ein Abend mit Puccini. Das wunderbare Puccini-Album von Jonas Kaufmann und das legendäre Konzert in der Mailänder Scala vom 14.06.2015 sind ein wunderbarer Einstieg, um diese Musik näher kennenzulernen und zu verstehen. Einfach reinhören, anschauen, zurücklehnen und genießen!

Informationen zum Making of und zum Hintergrund von CD und DVD findet ihr auf der offiziellen Seite des Künstlers, bei seinem Musiklabel Sony und auch auf Youtube. Erwerben könnt ihr dieses fantastische Album und die wunderschöne DVD natürlich überall, bei Amazon oder auch in jeder gut sortierten Klassikabteilung, z.B. bei Ludwig Beck in München oder Hanse CD in Hamburg.


Verismo

Passend zur Tosca, die auch zu den Werken des Verismo gezählt wird, gibt es noch ein bisschen Opernwissen zum Nachlesen. Dieses Wissen stammt ganz klassisch von Wikipedia, ist aber nur ein Auschnitt und eine Zusammenfassung. Der gesamte Inhalt kann bei weiterem Interesse dort nachgelesen werden. Es gibt aber auch noch genug andere und gute Literatur aus der Opernwelt. In entsprechend gut sortierten Fachbuchandlungen und Musikgeschäften findet ihr eine große Auswahl. Hier kommt also die Definition des Verismo: 

Der Verismo ist eine Stilrichtung der italienischen Oper zwischen etwa 1890 und 1920. Der Verismus (ita. Verismo, von vero=wahr) bezeichnete ursprünglich eine Strömung der italienischen Literatur im 19. Jahundert, die sich mit der Mühe einer exakten Beschreibung und mit sozialkritischen Zielen, dem Leben von Bauern und Fischern widmete. Davon ausgehend wurde der Begriff zum Namen für eine Richtung der italienischen Oper Ende des 19. Jahrhunderts.

Kennzeichen der veristischen Oper sind ein gesteigerter Realismus, durch Leidenschaft bestimmtes Handeln, weitgespannte Melodik und raffinierte Orchestration, malerische Schilderung der Schauplätze sowie inhaltlich oft ungeschminkte Darstellung von Grausamkeit. Der Inbegriff und die Urform der veristischen Oper sind sicher die oft gemeinsam aufgeführten aber stilistisch sehr unterschiedlichen Einakter Cavalleria rusticana (1890) von Pietro Mascagni und Pagliacci (1892) von Ruggero Leoncavallo. Weitere Werke sind Andrea Chenier (1896) von Umberto Giordano und Adriana Lecouvreur (1902) von Francesco Cilea. Angelehnt an den Verismo sind zahlreiche weitere Werke, auch einige von Puccinis Opern, insbesondere seine Tosca.



Die Wiener Staatsoper
Ein Opernhaus mit langer Tradition

Hamburg, 24.04.2016

Die Wiener Staatsoper, auch genannt das Haus am Ring, ist eines der renommiertesten und traditionsreichsten Opernhäuser Europas und der Welt. Die Wiener Staatsoper ist ein klassischer Repertoirebetrieb mit vielen Inszenierungen, die schon seit vielen Jahren und Jahrzehnten Bestand haben. Und die Menschen in der Welt-, Musik- und Kulturstadt Wien lieben ihr Haus am Ring und seine Tradition und sind ihm tief verbunden. Der jährlich stattfindende Opernball ist in aller Welt bekannt und die großen Stars der Opernszene gehen hier ein und aus und verwöhnen die Zuschauer mit ihren wunderbaren Stimmen. Ein gewisser Starkult ist Wien nicht abzusprechen und wird gerne und leidenschaftlich gepflegt. Ein wirklich altehrwürdiges Haus, aber ganz sicher nicht verstaubt. Und so wird gerade die Förderung der Musikbegeisterung von Kindern und Jugendlichen an diesem Haus groß geschrieben. Eine ungemein verantwortungsvolle und wichtige Aufgabe, die man gar nicht intensiv genug betreiben kann. Die Oper braucht den Nachwuchs und die Welt braucht die Oper, die eine so wundervolle und kostbare Musik- und Kunstform ist.


Tipps rund um die Wiener Staatsoper

Eine Besichtigung der Staatsoper kann ich übrigens jedem nur wärmstens empfehlen, der Besuch lohnt sich und man erhält einen guten Einblick in den Betrieb dieses Traditionshauses. Eine Anmeldung als Einzelperson ist nicht erforderlich und jederzeit auch spontan zu den entsprechenden Zeiten möglich. Alle weiteren Infos findet ihr unter folgendem Link zur offiziellen Website der Wiener Staatsoper. Dort gibt es auch das komplette Programm der laufenden und kommenden Saison. 

Eine Vorstellung zu besuchen lohnt sich in jedem Fall. Die regulären Tickets sind allerdings sehr schwer spontan zu erwerben, da die Vorstellungen, besonders die mit den ganz großen Stars, in der Regel ausverkauft sind. Aber es gibt eine Möglichkeit für den spontanen Besuch einer Vorstellung: Es sind allerdings frühes Aufstehen, viel Ausdauer und gewisse Hintergrundinformationen notwendig. Und auch eine entsprechende „Ausrüstung“ ist nicht von Nachteil.

Am Tage der Aufführung gibt es die Möglichkeit nach langer Wartezeit, so um die elf Stunden, an eines der begehrten Stehplatztickets zu kommen. Die begehrten Stehplätze kosten zum Beispiel im Parkett gerade einmal 4 Euro! Ein unschlagbarer Preis und ein großartiger Platz! Eine erste oder zweite Reihe und man wird mit einem freien Blick direkt gegenüber zur Bühne belohnt! Die Stehplätze an der Wiener Staatsoper haben schon eine lange Tradition. Der Ablauf ist genau vorgegeben und verläuft nach genauen Regeln, die von allen auch eingehalten werden müssen. Aber man kennt sich oft schon und hat ein genaues Auge auf die Neulinge. Allerdings wurde mir von einer Freundin berichtet, dass die Regeln früher deutlich strenger waren. Es hat sich doch alles etwas gelockert.

Ein Besuch des Arcadia Shop direkt an der Wiener Staatsoper lohnt und bietet eine reichhaltige Auswahl an Literatur, CDs, DVDs, Magazinen und vielem mehr aus der Welt der Oper und der Klassik. Es gibt wunderbare kleine Mitbringsel als Andenken für einen unvergesslichen Aufenthalt in Östereichs Hauptstadt. Den Link zur Website des Arcadia Shops findet ihr gleich hier. Schaut einfach mal rein. 

Ein weiterer Tipp, die Vorstellungen der Staatsoper betreffend:

Wer keine Lust hat, sich für ein Stehplatzticket anzustellen, und nicht im Besitz eines regulären Tickets für eine Vorstellung ist, hat trotzdem die Möglichkeit eine Vorstellung zu erleben und das auch noch kostenfrei! Es werden nämlich auch zu ausgewählten Vorstellungen Liveübertragungen nach draußen auf eine Großbildleinwand projiziert. Die Leinwand befindet sich sozusagen direkt über dem Arcadiashop. Sitzplätze befinden sich genau gegenüber. Zu manchen Vorstellungen ist es allerdings angeraten, rechtzeitig dort zu sein, um sich einen der begehrten Plätze zu sichern. Auf eine Sache hat man allerdings keinen Einfluss: das Wetter! Man sollte also entsprechend der Wetterlage ausgerüstet sein! Regenbekleidung oder Sonnenschutz sollten, wenn nötig, dabei sein. Die genauen Übertragungstermine findet ihr auch wieder auf der Seite der Wiener Staatsoper.



Anstehmarathon an der Wiener Staatsoper für die Tosca am 16.04.2016

Hamburg, 24.04.2016

Es ist 8:20 Uhr am Morgen, Ankunft an der Wiener Staatsoper oder besser gesagt unter den Arkaden vor der Stehplatz-Kasse, direkt gegenüber vom Operncafé. Heute ist es soweit, mein erstes Anstehen für einen Stehplatz in Wien und das zu einer der begehrtesten Vorstellungen des Jahres. Puccinis Oper Tosca mit drei Superstars der Opernszene: Angela Gheorghiu, Jonas Kaufmann und Bryn Terfel. Ich bin mit Andrea, einer Freundin aus Graz, ihrer Tochter Isabella und Liane, einer Freundin von Andrea, vor der Oper verabredet. Andrea, Isabella und ich treffen fast zeitgleich ein, Liane kommt etwas später. Direkt neben mir treffe ich Gaelle an, eine sehr nette Französin, die seit 26 Jahren in Wien lebt. Wir haben uns das erste Mal vor zwei Jahren in New York nach dem Werther an der Bühnentür der MET kennengelernt. Ich freue mich immer, wenn ich sie immer wieder mal an den verschiedenen Opern- und Konzerthäusern antreffe wie in Wien oder München.

Als wir eintreffen, stehen schon ungefähr 30 Menschen vor uns, die zum Teil seit 6:00 Uhr morgens vor der Stehplatz-Kasse warten. Den Samstag davor waren es um die Zeit nur etwa zehn Leute gewesen. Aber egal, wir wissen, das passt schon so oder wie der Österreicher sagt: das geht sich aus! Unsere Stehplätze, bestimmt auch gute, sind also gesichert. Alles klar! Nachdem wir, wenn man das so sagen darf, unser Revier markiert hatten, waren Isabella und ich erstmal Kaffee und ein kleines Frühstück besorgen. Ohne Kaffee braucht der Tag gar nicht erst zu starten. Ein guter Tipp, den ich nächstes Mal beherzigen werde, ist ein zusammenklappbarer Campingstuhl oder zumindest ein kleiner Hocker. Beides kann man später problemlos an der Gardrobe abgeben. Die Zeit wird doch ganz schön lang, wenn man nicht die Möglichkeit hat sich auch mal zu setzen. Auch zum kenntlich machen der Position in der Schlange eignet sich so ein Hocker oder Campingstuhl bestens. Ist der Platz gesichert und markiert, kann man sich bis zu drei Stunden vor Beginn der Vorstellung bzw. bis zum Einlass zur Stehplatz-Kasse durchaus entfernen. So besteht zum Beispiel die Möglichkeit, einen Kaffee trinken oder mittags etwas essen zu gehen. Oder man unternimmt einen kleinen Bummel, besucht den Arcadia Opernshop oder sucht die Toilette auf. Es ist immer jemand da, der aufpasst, man gibt aufeinander acht. Der Versuch sich vorzudrängeln oder dazwischenzumogeln wird umgehend unterbunden. Die Regeln sind klar und bestehen seit jeher. Es ist eine lange Wartezeit, aber bei Sonnenschein und angenehmen Temperaturen vergeht die Zeit wie im Flug. Die Stimmung ist überall entspannt und gelöst, jeder weiß, am Ende lohnt sich die „Mühe“! Am Abend winkt eine Tosca-Vorstellung in Traumbesetzung!


Gegen Mittag hat die Warteschlange vor der Stehplatz-Kasse schon eine ganz beachtliche Länge angenommen und es treffen immer noch mehr Menschen ein, um eines der begehrtesten Stehplatztickets zu ergattern. Um 16:30 Uhr ist es soweit, wir werden eingelassen in den Vorraum der Stehplatzkasse, wo wir noch einmal 80 Minuten warten müssen, bis es endlich mit dem Ticketverkauf losgeht. Es besteht hier die Möglichkeit sich frisch zu machen und umzuziehen für den Abend. Etwas Müdigkeit breitet sich aus, jetzt macht sich das lange Warten doch etwas bemerkbar. Um 18:12 Uhr fällt dann der Startschuss; die Schlange setzt sich in Bewegung und der Ticketverkauf beginnt. „Einmal Stehparterre“, heißt es, „4 Euro, bitte.“ Das Geld sollte man auf jeden Fall abgezählt bereit halten!

Mit dem Ticket renne ich jetzt einfach nur Andrea hinterher, gefolgt von Liane. Wir sind jetzt in den Räumen der Wiener Staatsoper; bevor es zum Bereich des Stehparterre geht, müssen wir ein letztes Mal warten. Dann geht er los, der „Kampf“ um die besten Plätze. Ich renne einfach wieder Andrea hinterher. Es ist jetzt doch ein ganz ordentliches Gedrängel. Nachdem die vordere Reihe schnell voll ist, landen wir zuerst in der vierten Reihe und durch einen glücklichen Zufall in der zweiten, Liane steht direkt hinter uns, Isabella ist wie meistens auf der Galerie oben. Unsere Plätze sind großartig, mit direktem Blick auf die gesamte Bühne, und nach einigen Diskussionen und einem Tausch mit Andrea haben wir alle eine freie Sicht auf das Geschehen. Nach einer lautstarken aber sehr humorvollen Begrüßung erfolgt das Kommando, sich mit seinem Schal zu verbandeln. Man knotet seinen Schal, ganz wichtig, an der unteren Stange fest und verbindet sich mit seinen Nachbarn zur rechten und linken Seite. Geschafft! Der Platz ist nun gesichert! Ein wunderschöner Opernabend kann beginnen. Es besteht an dieser Stelle nun auch die Möglichkeit, die Oper noch einmal zu verlassen, 15 Minuten vor Beginn der Vorstellung sollte man aber wieder in der Nähe seines Platzes sein. Die Wartezeit und das lange Anstehen hat sich aber jetzt schon gelohnt! 



Die Inszenierung der TOSCA von Margarethe Wallmann an der Wiener Staatsoper

Hamburg, 24.04.2016

Ich persönlich liebe klassische Inszenierungen! Und die Inszenierung der Tosca von Margarethe Wallmann an der Wiener Staatsoper ist eine solche Inszenierung. Seit dem Jahre 1958 existiert dieses wunderschöne Regiekonzept nun schon und hat noch nichts von seinem Charme verloren. Es macht wirklich große Freude sich in eine andere Welt, in eine andere Zeit ziehen zu lassen, weit entfernt von unserem heutigen Leben. Und doch ist diese Inszenierung voller Kraft und Energie und lässt die Zuschauer ganz einfach nachvollziehen, was diese Oper aussagen möchte, einfach und unverfälscht. So in etwa müssen auch die ersten Inszenierungen ausgesehen haben, die die Opernbesucher zu Puccinis Zeiten zu sehen bekamen. Man kann sich gut vorstellen, dass Puccini das Regiekonzept von Margarethe Wallmann sehr gut gefallen hätte.                                                 

Diese charmante Inszenierung passt wirklich ganz wunderbar nach Wien. Sie ist kein bisschen angestaubt, sondern hoffentlich so lebendig wie bei ihrer Premiere im Jahre 1958. Man kann sich auch gut vorstellen, dass, bei all den sogenannten „modernen“ Inszenierungen, die es in der heutigen Zeit gibt und trotz aller Aufgeschlossenheit für Neues, den Sängern auf der Bühne eine solche Aufführung durchaus viel Freude bereitet. Die Musik und die Handlung stehen ganz im Mittelpunkt, fließen direkt ins Herz, und die Künstler dürfen sich ausleben, aus vollem Herzen singen, spielen und gestalten und man spürt, dass sie sich einfach wohlfühlen. Und auch das Publikum genießt es im heutigen, oft sehr hektischen Alltag, sich hineinziehen zu lassen in eine andere Welt, gefesselt von der leidenschaftlichen Musik und der dramatischen Geschichte, die bildgewaltig erzählt wird.
Vielen Dank an die Regisseurin Margarethe Wallmann und ihre wunderschöne Inszenierung, die noch immer Bestand hat, und Dank an die Wiener Staatsoper, die treu festhält an diesem Repertoirestück und damit die Herzen ihrer Opernbesucher bis heute erreicht.
Mehr über diese Inszenierung erfahrt ihr direkt auf der Seite der Wiener Staatsoper, wo es auch einige Eindrücke in Form von Fotos zu sehen gibt. Ebenso sei ergänzend die offizielle Facebookseite empfohlen. Besser als es die Fotos ausdrücken, könnte ich es auch nicht beschreiben.


Die drei Hauptcharaktere in Puccinis Oper TOSCA und ihre Darsteller

Hamburg, 24.04.2016

Die Titelheldin Floria Tosca: Sängerin, Diva, Geliebte, Mörderin aus Verweiflung

Verkörpert wird die Titelheldin von der rumänischen Sopranistin Angela Gheorghiu, die diese Rolle perfekt darstellt und sie schon oft gesungen hat. Eine Künstlerin, die diese Rolle ganz offentlich liebt. Die Figur der Tosca scheint Angela Gheorghiu auf den Leib geschrieben zu sein und sie füllt diesen Charakter mit Leben und Leidenschaft. Aussage Angela Gheorghiu: „Ich bin Tosca!“ Die Opernsängerin stellt den Wandel, den ihre Heldin im Laufe der Oper durchmacht und erlebt, glaubhaft dar und arbeitet die verschiedenen Seiten ihrer Persönlichkeit nachvollziehbar heraus. Die Rollengestaltung ist klassisch angelegt mit wenigen Überraschungen, aber dadurch nicht weniger intensiv. Ihre wunderschöne Stimme, insbesondere beim „Vissi darte“, berührt und verzaubert. Sie agiert wie in all ihren Rollen mit großer Spielfreude und Leidenschaft und nimmt uns mit auf Toscas schicksalhaften Weg, der mit großer Liebe beginnt und mit ihrem selbstgewählten Sprung in den Tod endet. Angela Gheorghiu auf der Opernbühne zu erleben, heißt einen wunderbaren Abend genießen. Eine Künstlerin, die schon lange in der Opernwelt zu Hause ist. Wer mehr wissen möchte über die Opernsängerin oder über ihren nächsten Auftritt, der besucht am besten ihre offizielle Website oder schaut auf ihrer Facebookseite vorbei. 

Der Bösewicht Baron Scarpia: Polizeichef, Sadist, Mörder

Der Part des sadistischen und diabolischen Polizeichefs Baron Scarpia wird von einem der besten Bassbaritone unserer Zeit übernommen, Bryn Terfel. Eine Paraderolle für den sympathischen Waliser, der diesen fiesen Charakter mit großer Spielfreude auf der Bühne verkörpert; einfach eine Traumbesetzung. Die Stimme ist kraftvoll und ausdrucksstark, die Darstellung auf der Bühne mitreißend und intensiv und durchaus zum Fürchten. Wenn Bryn Terfel als Polizeichef Scarpia die Bühne betritt und seine perfiden Intrigen spinnt, dann weht ein eisiger Hauch durch das Opernhaus, Gänsehaut. Und Bryn Terfel genießt es offensichtlich, sich ganz in die Figur dieses Bösewichtes zu verwandeln, um den Zuschauern im Auditorium einen Schauer über den Rücken zu jagen. Brutal, sadistisch und gestört agiert der Polizeichef, versucht Tosca zu unterwerfen, zur Liebe zu zwingen und lässt eiskalt ihren Geliebten, den Maler Mario Cavaradossi, umbringen. Nebenbei schafft er sich auch noch seine politischen Feinde vom Hals, die seine Machtspiele durchkreuzen wollen. Ja, der ansonsten sehr umgängliche Bassbariton genießt es, seine dunkle Seite auf der Bühne auszuleben und die Opernbesucher in seinen Bann zu ziehen. Die Energie, mit der er das tut, ist beeindruckend, stimmlich und darstellerisch. Wenn Bryn Terfel seine Stimme erhebt, dann tobt ein Sturm über die Bühne, gewaltig und unvergesslich. Ein großartiger Künstler, der ganz klar zur absoluten Weltspitze der Opernsänger gehört und das schon seit langer Zeit. Der Waliser ist zudem ein außerordentlich sympathischer Typ, offen, unkompliziert, freundlich. Ein Star ohne Allüren. Wer mehr über Bryn Terfel erfahren möchte der schaut auch hier am besten auf der offiziellen Website vorbei, auf Facebook oder Wikipedia. Es gibt so viele Möglichkeiten, mehr über diesen goßartigen Opernsänger zu erfahren.

Der tragische Held Mario Cavaradossi: Künstler, politisch Engagierter, Toscas Geliebter

Den dritten Hauptpart in Puccinis Oper Tosca, den Maler Mario Cavaradossi, übernimmt am 09.04. & 16.04. 2016 Startenor Jonas Kaumann, geborener Münchner und bekennender Fan des FC Bayern München. Was soll man sagen, eine absolute Traumbesetzung für die Rolle des tragischen Helden! Stimmlich, darstellerisch und optisch erfüllt der sympathische Weltstar alles, was man sich für diese Rolle wünschen kann. Aber für welche Rolle, die Jonas Kaufmann auf der Opernbühne verkörpert, gilt das nicht? Dennoch, Verdi und besonders Puccini liegen diesem leidenschaftlichen Sänger ganz besonders im Blut. Die emotionale Musik, die dramatischen Handlungen, die italienische Sprache fliegen ihm zu und er verwandelt alles in pure Leidenschaft und eine unglaubliche Energie auf der Bühne. Seine wunderschöne, ausdrucksstarke Stimme trifft direkt ins Herz, berührt unmittelbar die Seele seiner Zuhörer. Und gerade bei Puccinis Musik kommt diese Direktheit besonders zum Tragen. Intensiv und authentisch ist seine Darstellung auf der Bühne, differenziert und intelligent die Gestaltung seiner Rollenprofile. Er verwandelt sich in den Menschen, den er auf der Bühne verkörpert, erweckt ihn zum Leben und verbindet sich mit diesem Charakter, bis die Grenzen irgendwann verschwimmen. So ist es auch in Puccinis Oper Tosca mit der Figur des Malers Mario Cavaradossi, in welcher der Münchner Tenor schon unzählige Male auf der Opernbühne zu erleben war. Diese Partie, hat Jonas Kaufmann unlängst verraten, singt er ganz besonders gerne. Dieses Jahr ist er in Wien und München in dieser Rolle zu erleben. Gesungen hat er sie aber auch schon in vielen anderen Opernhäusern wie Zürich, Berlin oder London. Der Münchner schlüpft hinein in diese Figur, arbeitet den Charakter dieses leidenschaftlichen Mannes feinfühlig heraus und zeigt uns die verschiedenen Seiten von Cavaradossis Persönlichkeit auf, die Motivation für sein Handeln und Tun; seine Leidenschaft für die Kunst, sein politisches Engagement, seine Liebe zu Tosca. All das vermittelt Jonas Kaufmann glaubhaft und natürlich und mit einer unglaublichen Spielfreude auf der Bühne. Er liebt, leidet und stirbt mit seinem Helden und zieht alle Opernbesucher im Saal mit hinein in eine andere Welt, aus der man erst einmal nicht mehr wieder herausfindet.  

Wer mehr über diesen sympathischen Ausnahmesänger aus München erfahren möchte, kann das u.a. auf seiner offiziellen Website oder Facebookseite tun. Eine wunderbare Möglichkeit, den Künstler Jonas Kaufmann, seinen Werdegang, seine Einstellung zu seinem Beruf und zum Leben näher kennenzulernen, sind seine zwei Biographien: „Meinen die wirklich mich“ und „Jonas Kaufmann - Tenor“. Beide Bücher sind im Buchhandel erhältlich oder über Amazon zu bestellen. 

Ein denkwürdiger Abend in der Wiener Staatsoper:
Die Tosca am 16.04.2016

Hamburg, 24.04.2016

Dieser Abend an der Wiener Staatsoper am 16.04.2016 darf schon jetzt als legendär gelten, und wer dabei war, dürfte diese Vorstellung sicher nicht mehr vergessen, insbesondere Startenor Jonas Kaufmann in der Rolle des Malers Mario Cavaradossi. 

Aber fangen wir von vorne an. Zumal es kurzfristig eine Umbesetzung am Dirigentenpult gegeben hatte: Jesus Lopez-Cobos hatte den erkrankten Mikko Franck ersetzt und dafür die Proben zu Un ballo un maschera unterbrochen. Mit einem Weltklasseorchester wie den Wiener Philharmonikern ist auch ein spontanes Einspringen kein Problem. Vermutlich hätten sich die Musiker auch notfalls ohne Dirigenten selbst geleitet. Die Tosca hat wohl jeder einzelne von ihnen unzählige Male gespielt. Auch wenn die Umbesetzung vorher schon bekannt war, ging ein kurzes Raunen durchs Publikum, als Staatsoperndirektor Dominique Meyer vor den roten Samtvorhang trat. Er konnte aber gleich beruhigen; abgesehen von dem Wechsel am Dirgentenpult gab es keine Änderungen im Ensemble, alle Sänger waren gesund. So begann kurz nach halb acht, fast pünktlich, die zweite Vorstellung der Tosca und natürlich war auch sie restlos bis auf den letzten Stehplatz ausverkauft.

Nachdem Kammersänger Alfred Šramek als Mesner einen wunderbaren Einstieg in diese Tosca-Vorstellung geboten hatte, erschien der Startenor Jonas Kaufmann in seiner Rolle als Mario Cavaradossi auf der Bühne und hatte innerhalb von Sekunden die Aufmerksamkeit des Wiener Publikums. Der Münchner wirkte an diesem Abend sehr gelöst und entspannt und bot einen ersten Eindruck seiner überragenden stimmlichen und darstellerischen Qualitäten. Die Spielfreude war ihm anzumerken, sein Cavaradossi erwachte von Beginn an zum Leben, war charmant und wickelte nicht nur Tosca sondern auch die Menschen im Zuschauerraum problemlos um den Finger. Dass der sympathische Sänger auch noch optisch eine ziemlich ansehnliche Erscheinung ist und die Figur des italienischen Malers aus besten Kreisen, mit einem Hang zur Politik und seiner leidenschaftlichen Liebe für seine Floria perfekt verkörpert, braucht eigentlich nicht erwähnt zu werden. Nachdem Jonas Kaufmann seine erste Arie „Recondita armonia“ zum Besten gegeben hatte, gab es bereits den ersten begeisterten Zwischenapplaus.

Dann der erste Auftritt von Angela Gheorghiu in der Rolle der Titelheldin. Es schien so, als hätte die rumänische Sopranistin ihrem Bühnenpartner nach seinem Da Capo am vergangenen Samstag erstmal verziehen. Die beiden Opernsänger wirkten sehr vertraut auf der Bühne, schienen sich wohlzufühlen beim gemeinsamen Spiel und hatten offensichtlich ihren Spaß. Es wurde kokettiert und geflirtet, geliebt und geküsst. Wirklich ein harmonisches Bild. Während Angela Gheorghiu als Tosca ihren Status als Diva und eifersüchtige Geliebte aufblitzen ließ, hatte Jonas Kaufmann in seiner Rolle große Freude daran, den leidenschaftlichen und charmant agierenden italienischen Künstler darzustellen und sein entwaffnendes Bühnenlachen hören zu lassen.

Als Nächstes erschien der walisische Bassbariton Bryn Terfel in der Rolle des Polizeichefs Baron Scarpia auf der Szene. Dieser erste Auftritt hinterließ schon mal einen nachhaltigen Eindruck. Als dem Opernsänger aus Wales ein fieses, leicht diabolisches Lächeln über das Gesicht glitt und er seine perfide Intrige gegen Tosca zu spinnen begann, machte sich ein erstes Grauen auf der Bühne und im Zuschauerraum breit. Sobald Bryn Terfel seine Stimme erhebt, bricht eine Naturgewalt los, kraftvoll und intensiv. Und genau so kraftvoll und intensiv ist auch die Darstellung seiner Charaktere. Sein grandios gesungenes „Va Tosca“, das den ersten Akt beendete, ist sicher eines der Highlights in dieser Oper und auch an diesem Abend.

Alle Fotos in diesem Beitrag © Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Nach einem begeisterten Zwischenapplaus und der ersten Pause folgte der zweite Akt, der an Dramatik kaum zu überbieten ist. Ein wahrer Opernkrimi! Je dramatischer das Geschehen auf der Bühne war, um so leidenschaftlicher waren Spiel und Gesang der Sänger. Bryn Terfel erzeugte als Polizeichef Scarpia einen kalten Schauer nach dem nächsten, war einfach böse und sadistisch mit verzerrter Miene und höhnischem Grinsen. Den Bösewicht darzustellen kann offensichtlich viel Freude bereiten. Grausam wird Tosca seelisch erpresst, ihr geliebter Mario brutal gequält. Während der Bassbariton die Bösartigkeit seiner Figur auslebte, sah sich Jonas Kaufmann als Cavaradossi Angst, Folter, Schmerz und dem vermeintlichem Verrat seiner Floria ausgesetzt. Die Schmerzensschreie, die aus der Folterkammer nach außen drangen, waren erschütternd und drangen durch Mark und Bein. Schwer verwundet, verzweifelt und bitter enttäuscht, aber mit seinem durch die Nachricht vom Sieg Napoleons wiedererlangten Kampfgeist gegen seinen ärgsten Feind, erklang das „Vittoria, Vittoria“ Cavaradossis! Eindrucksvoll demonstrierte der Münchner Tenor nun seine außergewöhnliche Stimmgewalt. Als sich der Maler voller Wut auf seinen größten Widersacher stürzte, der ihn mit einem brutalen Schlag seines Schädels außer Gefecht setzte, um ihn anschließend von seinen Leuten rücksichtslos wegschleifen zu lassen, erinnerte es doch ein wenig an die Version der Londoner Tosca aus dem Jahre 2012, die, wie vielleicht bekannt ist, damals in der selben Besetzung stattfand.

Im nächsten Aufzug hat nun auch Angela Gheorghiu ihren großen Auftritt. Nach dem Abgang von Cavaradossi und Scarpias Leuten bleiben die Diva und der Polizeichef alleine zurück. Während Tosca um das Leben ihres Geliebten kämpfte, wähnte sich Scarpia am Ziel seiner Begierde. Bryn Terfel und seine Bühnenpartnerin lieferten sich stimmlich und darstellerisch ein packendes Duell bis zum dramatischen Ende und dem Tode Scarpias durch die Hand von Tosca, die ihn in höchster Bedrängnis ersticht. Der Waliser brachte im letzten Auftritt dieser Oper noch einmal all sein darstellerisches Können zum Ausdruck; sadistisch, grausam und brutal, versuchte er auf perfide Art, die Sängerin seelisch zu brechen und körperlich zu unterwerfen. Und die rumänische Sopranistin setzte sich in der Rolle der Titelheldin mit dem Mut der Verzweiflung zur Wehr, um ihre große Liebe doch noch zu retten und sich aus den Fängen des Scheusals zu befreien. Als Angela Gheorghiu ihre wunderbare Arie „Vissi darte“ sang, lauschte das Wiener Opernpublikum und konnte die wunderbaren stimmlichen Qualitäten der Sängerin genießen. Die ausdrucksstark dargebrachte Gesangsleistung wurde mit reichlich Applaus belohnt. Der Tod des brutalen Polizeichefs und der Abgang der verzweifelten Tosca beendeten den zweiten Akt und schickten das Publikum in die Pause vor dem letzten Akt.Der Auftakt des dritten Aktes, der bekanntermaßen mit dem wunderschönen Vorspiel zu „E lucevan le stelle“ beginnt, war vermutlich der Augenblick, auf den fast jeder Besucher im Opernhaus an diesem Abend gewartet hatte; Jonas Kaufmann betrat die Bühne und nahm als Cavaradossi Abschied vom Leben und seiner großen Liebe Floria, die er glaubte niemals wiederzusehen. Voll Traurigkeit und Verzweiflung und glaubwürdig in jedem Augenblick seines Auftritts, berührte der Münchner seine Zuhörer tief. Sicher einer der bewegendsten Momente in dieser Oper. Die Belohnung dafür war ein Beifallssturm des Wiener Opernpublikums, das seine ganze Begeisterung zum Ausdruck brachte und, wie fast zu erwarten, ein Da Capo forderte. Während die Menschen im Zuschauerraum schrien und jubelten und nicht locker ließen, versuchte der sympathische Sänger, der sich zwischenzeitlich gesetzt hatte, sich in der tragischen Situation seiner Figur zu halten und war offensichtlich nicht bereit so schnell nachzugeben. Je länger der Applaus anhielt und die Menschen immer weiter eine Wiederholung einforderten, um so häufiger huschte ein Lächeln nach dem nächsten über sein Gesicht. Irgendwann wurde die Ausdauer des Publikums dann belohnt und nach einer kurzen Verständigung mit Maestro Lopez-Cobos erfüllte Jonas Kaufmann den Wunsch der Menschen im Saal. Und beim zweiten Mal gestaltete der deutsche Ausnahmesänger seine Arie noch viel leiser, trauriger und zarter, in sich gekehrt und der Welt entrückt. Während der dolci baci, die im zartresten Pianissimo gesungen waren, hätte man eine Stecknadel fallen hören können, so still war es im gesamten Opernhaus. Überwältigt von seinem Schmerz und seiner Trauer blieb der zum Tode Verurteilte alleine zurück. Und dann nahm der Abend eine überraschende Wendung; der Dirigent ließ weiterspielen, die Zuschauer erwarteten genau wie der Münchner Tenor die Ankunft seiner Kollegin Angela Gheorghiu, um mit ihr das dramatische Schlussduett zu singen. Aber es erschien niemand! Es war nichts zu machen, die Situation war einfach zu komisch, der gesamte Zuschauerraum brach in herzliches Lachen aus. Jonas Kaufmann nahm die ganze Angelegenheit mit erstaunlich viel Humor und begann spontan zu improvisieren, indem er sang: „Non abbiamo un soprano“ - „Wir haben keinen Sopran“! Mittlerweile konnte auch der Münchner Opernsänger ein Lachen nur noch schwer unterdrücken angesichts dieser doch recht skurrilen Situation. „Sie sehen mich genauso sprachlos wie sich selbst“, kommentierte er das Geschehen. Nach ca. zwei Minuten gab der Tenor Entwarnung, entschuldigte sich mit einem Grinsen beim Publikum und sagte, dass man weitermachen könne, da seine Bühnenpartnerin nun da sei. Die Dramatik war nach diesem Zwischenfall allerdings ein wenig dahin und man hatte das Gefühl, dass sich in den ersten Minuten nach dem Vorfall nicht nur die Besucher im Zuschauerraum zusammenreißen mussten, um nicht loszulachen, sondern auch Jonas Kaufmann selbst. Selbstverständlich ist ein Sänger dieser Spitzenklasse Profi genug sich nichts anmerken zu lassen. So gestalteten beide Künstler am Ende ein großartig gesungenes Schlussduett. 

Die Liebenden träumten von einer gemeinsamen Zukunft, nicht wissend, dass sie von Scarpia auf perfide Art und Weise reingelegt worden sind. So starb Cavaradossi im Kugelhagel des Erschießungskommandos, während sich Tosca, aus Verzweiflung über den Verlust ihres Geliebten und im Angesicht ihrer Verfolger, von der Engelsburg in den Tod stürzte! ENDE!

Der Vorhang fiel, der Schlussapplaus brach los, Bravo-Rufe ertönten, Standing Ovations! Jeder im Saal war (hoffentlich) glücklich und begeistert, bei dieser doch sehr besonderen Tosca-Vorstellung in Wien dabei gewesen zu sein. Der Beifall, der auch mit ein paar Buhs gemischt war, wollte nicht enden. Die Zuhörer im Opernhaus schrien ihre ganze Begeisterung heraus, belohnten das gesamte Ensemble mit dem Ausdruck ihrer Freude und Dankbarkeit. Die drei Gesangssolisten und der Dirigent mussten immer wieder vor den roten Samtvorhang treten, um die Jubelstürme des Wiener Publikums entgegen zu nehmen. Und natürlich erhielt auch das wunderbare Orchester der Wiener Philharmoniker seine hochverdiente Ehrung. Dreißig Minuten dauerte der Schlussapplaus an diesem Abend, den die Sänger somit in aller Ausführlichkeit genießen konnten. Mit einem Winken verabschiedeten sich schließlich Angela Gheorghiu, Jonas Kaufmann, Bryn Terfel und Dirigent Jesus Lopez-Cobos von noch verbliebenen Zuschauern im Saal, die sich immer noch nicht trennen konnten nach einem so denkwürdigen Opernabend.

Das ist nun das Ende meines Berichtes zur Tosca-Vorstellung an der Wiener Staatsoper am Abend des 16.04.2016. Wir sehen uns hoffentlich wieder im Mai zu den Meistersingern von Nürnberg im wunderschönen Nationaltheater in München. Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und bis irgendwann in den Opernhäusern Europas und der Welt.


Signierstunde mit Jonas Kaufmann und Angela Gheorghiu nach der Tosca am 16.04.2016

Hamburg, 24.04.2016

Keine Pflicht, aber sicher ein Erlebnis ist der Gang zur Bühnentür nach der jeweiligen Vorstellung. Wer das noch nicht erlebt hat, sollte es unbedingt ausprobieren. Es geht ja nicht nur darum, eventuell seinem Lieblingskünstler zu begegnen, sondern auch darum, Freunde, Bekannte und Gleichgesinnte zu treffen und den gemeinsam verbrachten Abend gemeinsam nachklingen zu lassen und die Begeisterung zu teilen. Man glaube mir, nach einem gelungenem Abend in der Oper hat man gleichzeitig so viele Endorphine und auch Adrenalin im Blut, dass niemand, der nicht dabei war, das nachvollziehen kann. Und deshalb kann es sehr hilfreich sein, der Bühnentür einen Besuch abzustatten. Ich muss sagen, für mich gehört das irgendwie dazu, es ist einfach ein runder Abschluss.

So war ich also auch nach der Tosca-Vorstellung am 16.04.2016 zusammen mit den Mädels aus Graz an der Bühnentür und habe natürlich auch viele andere liebe Menschen und bekannte Gesichter angetroffen. Natürlich warteten, als wir dort eintrafen, ungefähr hundert, größtenteils weibliche Fans aller Altersklassen vor der Bühnentür. Eigentlich keine wirklich große Überraschung! Jedenfalls nicht, wenn Jonas Kaufmann auf der Bühne gestanden ist und die vage Hoffnung besteht, dass er anschließend herauskommt, um seine Fans zu beehren. So war das Gedrängel schon ziemlich gewaltig und die Menschen zum Teil nicht gerade zimperlich. Selbst als klar war, dass es nach der Vorstellung noch eine spontane Signierstunde geben würde. Auch als sichergestellt war, dass der Münchner Opernsänger dabei sein würde, hörte das unkontrollierte Drängeln von allen Seiten nicht auf. Der zuständige Mitarbeiter der Staatsoper am Eingang zum Raum, wo die Signierstunde stattfinden sollte, hatte ganz schön seine Mühe, griff konsequent, aber sehr höflich durch und bändigte die Meute vor dem Eingang. Er nahm es mit recht viel Humor und Gelassenheit. Ich begreife einfach nicht, warum die Menschen komplett in Hysterie und Panik verfallen, wenn klar ist, eine Signierstunde findet statt, ist organisiert und jeder kommt an die Reihe, kann einzeln an den Tisch zum Künstler treten, hat die Möglichkeit ein paar Worte zu wechseln, ein Autogramm zu erhalten und sogar ein Foto zu machen. So war es auch heute, wir wurden nacheinander zur Tür eingelassen, traten an den Tisch, wo das Bühnenpaar des heutigen Abends saß. Gleich vornean der sympathische Münchner, leger mit Kapuzenshirt, Jeans, Wuschellocken und dem bekannten, zur Zeit etwas gekürzten Dreitagebart. Neben ihm saß, elegant gekleidet und frisch frisiert und geschminkt, Angela Gheorghiu. Während Jonas Kaufmann zwar müde aber ansonsten gelöst und entspannt wirkte, konnte man der rumänischen Sopranistin die Geschehnisse des heutigen Abends durchaus anmerken. Die Opernsängerin war aber freundlich, schrieb bereitwillig Autogramme und ließ sich fotografieren. Vermutlich war ihr sicher klar, dass die überwiegend weiblichen Fans nicht wegen ihr dort waren. Man kann denken, was man möchte, aber dass Angela Gheorghiu trotzdem und auch nach diesem Abend zur Signierstunde erschien, kann man ihr durchaus zugute halten. Der Münchner Tenor agierte wie immer sehr charmant, hatte für jeden ein offenes Ohr und ein freundliches Wort. Er freute sich über nette Worte, ein Dankeschön oder auch das eine odere andere kleine Mitbringsel seiner Fans. Er gab großzügig Autogramme und ließ sich immer wieder geduldig ablichten. 

Wie er am nächsten Tag im Künstlergespräch berichtet, hat er noch bis nach Mitternacht signiert. Das ist ein wirklich großzügiges Zugeständnis. Natürlich auch von allen anderen Sängern und Künstlern. Man sollte dann doch Verständnis dafür aufbringen, dass nach einem solchen Abend das Bedürfnis da ist, etwas zu essen, vielleicht auch ein Glas Bier zu trinken und die restlichen Stunden mit Freunden, Kollegen und Familie ausklingen zu lassen. Also sage ich ein herzliches Dankeschön im Namen aller Fans und freue mich, wenn ich mal die Gelegenheit bekomme, meinen Lieblingskünstler zu treffen. Und ansonsten habe ich ganz sicher einen wunderbaren Abend mit meinen Freunden in der Oper verbracht und das ist doch das Wichtigste. Ich habe natürlich mein Autogramm und auch ein Foto bekommen. Allerdings war ich für den Abend und den ganzen Tag so dankbar und glücklich, dass ich ohne zu klagen darauf verzichtet hätte.

Ich und die Grazer Mädels haben den Abend in der Bar Sole in der Annagasse gemütlich, sehr lustig und auch ein wenig feucht-fröhlich ausklingen lassen. Der Abend war ein perfekter Abschluss für diesen Tag. Was dort noch passierte, bleibt aber unser Geheimnis! ;-) 



Das Künstlergespräch von Jonas Kaufmann und Dominique Meyer am 17.04.2016

Hamburg, 24.04.2016

Nach dem gestrigen Abend gab es heute noch eine großartige Zugabe: das Künstlergespräch von Jonas Kaufmann mit Staatsoperndirektor Dominique Meyer im Studio in der Walgasse, nicht weit von der Oper entfernt. Während die anderen schon seit zwei Wochen wussten, dass sie ein Ticket für dieses wunderbare Extra hatten, habe ich das erst am Freitag Nachmittag erfahren. Nachdem ich das Universum zwei Wochen lang genervt hatte, mir eine Karte zukommen zu lassen, hatte es am Freitag dann ein Einsehen und ich bekam meine Eintrittskarte, als ich die Vorverkaufskasse nach meinem Besuch im Opernshop noch mit meiner Anwesenheit beehrte. Ich war gleichzeitig sehr überrascht und glücklich.

Am Sonntag war ich wieder mit den drei Mädels aus Graz verabredet. Wir wollten uns eigentlich noch zum Mittagessen im Sole treffen, das Restaurant zur Bar vom gestrigen Abend. Leider gab es einen kleinen Vorfall, der mich dazu zwang, erst deutlich später dort einzutreffen. Für einen Espresso hat es dann doch noch gereicht. Eine Stunde vor Beginn sind wir dann rüber ins Studio Walfischgasse, wo es sich recht schnell füllte, selbstverständlich mit großteils weiblichen Fans. Das Gespräch sollte um 16:00 Uhr beginnen, Einlass war 30 Minuten vorher. Die arme Mitarbeiterin an der Tür, die die Tickets kontrollierte, wurde fast überrannt und schaute dabei doch etwas genervt. Darauf hätte sie gefasst sein müssen. Es handelte sich schließlich um ein Gespräch mit Jonas Kaufmann! Wir haben dann aber trotz des Ansturms wirklich schöne Plätze bekommen und hatten von dort aus eine hervorragende Sicht und einen guten Abstand zur Bühne.

Der Münchner Opernsänger machte einen sehr entspannten und gelösten Eindruck, so war sein ansteckendes Lachen immer wieder zu hören und zu sehen. Dominique Meyer führte das Gespräch auf eine sehr schöne, charmante und sympathische Art und Weise. Die beiden haben offensichtlich ein gutes und unkompliziertes Verhältnis zueinander, das machte sich durchgehend bemerkbar. Jonas Kaufmann antwortete bereitwillig und sehr offen und ehrlich auf die überwiegend persönlichen Fragen. Die Fragen betrafen selbstverständlich aber nur seine Person und hatten großteils einen beruflichen Hintergrund. Der sympathische Sänger war ganz in seinem Element. Intelligent und sehr überlegt gab er seine Gedanken und Überlegungen zum Ausdruck. Gab Einblick in seinen Berufsalltag und das, was ihn bewegt, für jetzt ebenso wie für die Zukunft. Alles wiederzugeben ist wohl kaum möglich, besonders wenn einem der genaue Wortlaut fehlt. Die Fragen waren nicht alle sehr neu und auch kommende Projekte wurden nicht thematisiert, aber es war ein sehr schönes und persönliches Gespräch und somit ein wunderbarer Nachmittag für alle Jonas-Kaufmann-Fans. Im Anschluss gab der Münchner Opernsänger, nachdem er Freunde und Bekannte begrüßt hatte, noch bereitwillig ein paar Autogramme und war sogar zu einigen Fotos bereit. Zur Stärkung gab es vorher einen Espresso im Stehen. Auch in dieser Situation wirkte Jonas Kaufmann an seinem, wie er uns erzählte, freien Tag sehr entspannt und gelöst. Eine schöne Situation, die wir uns bei einem Espresso und einer kleinen süßen Leckerei ganz entspannt von unserem Tisch aus gegenüber angeschaut haben. Ich muss zugeben, dass ich aus der Entfernung ein paar Fotos gemacht habe. Hin bin ich aber nicht. Um sechs sind wir dann alle verschwunden und nach einer Viertelstunde trennten sich dann auch die Wege der Grazer Mädels und meine. Wir sehen uns wieder am 01.06.2016 zum Liederabend von Jonas Kaufmann in der Wiener Staatsoper. Dann werden wir wieder Anstehen, um am Abend mit einem fantastischen Musikerlebnis belohnt zu werden. Was für ein Wochenende geht zu Ende! Um das alles zu verarbeiten, brauche ich sicher noch ein bisschen! 

Also tschüss, macht's gut und bis ganz bald! Ich freue mich auf euch!